Ort - Freistaat will bessere Infrastruktur an der Lütsche fördern

Staatsekretär Georg Maier war an der Lütsche Talsperre bei Frankenhain zum Gespräch über die touristische Nutzung der Region mit Studenten der FH Erfurt. Foto: Antje Köhler

Frankenhain. Angesichts des unbeständigen Wetters war die Zahl der Badegäste am Freitagnachmittag an der Lütsche überschaubar. Doch immer wieder rollten Wohnwagen mit Erholungssuchenden über die schmale Straße zum Campingplatz. Der ist für einen Wochenendtripp ebenso gut wie für einen Ferienaufenthalt.

Mit dem E-Bike traf am Nachmittag Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Georg Maier (SPD) mit einigen Begleitern ein. Maier wandert gerade den Rennsteig entlang, gestern die vierte Etappe von Oberschönau nach Oberhof. Dort stieg man auf die Räder um, um genügend Zeit zu haben, sich den Stausee anzuschauen und sich das touristische Entwicklungskonzept erläutern zu lassen, das Studenten der Fachhochschule Erfurt

Zusätzliche Attraktionen sollen Besucher locken

An der Hütte der Frankenhainer Angelfischer, mit Blick auf sich leise kräuselnde Wellen, war André Zorn, selbst Angler und Beigeordneter des Frankenhainer Bürgermeisters, in seinem Element. Er pries die Perle des Thüringer Waldes, die mehr Aufmerksamkeit verdient habe. Das finden auch die vier Studenten des Masterstudienganges Stadt- und Raumplanung, die in ihrer Arbeit die Stärken und Schwächen ebenso analysierten wie Chancen und Risiken.

Zu ihren Vorschlägen gehören zusätzliche Attraktionen wie Wall-Running an der Staumauer, ein Freizeitbad, Beachvolleyballplatz und Hausboote zum Übernachten.

Ideen, die im Wirtschaftsministerium auf Interesse gestoßen sind. Der Thüringer Wassertourismus sei auch hier ausbaufähig, denn Oberhof will weg kommen von einer Winterdestination, sagte Georg Maier. Aber die Lütsche benötigt dafür unbedingt eine bessere Anbindung insbesondere Richtung Oberhof, fasste Pierre Treuse ein wichtiges Ergebnis der studentischen Arbeit zusammen. Auch die Gemeinde würde eine Ausbau der Straße zur Wegscheide, die jetzt dem Forst und den Kiestransportern vorbehalten bleibt, befürworten.

Das Parkproblem, von dem am Freitagnachmittag nichts zu merken war, wurde auch angesprochen. An Tagen mit 30 Gad sehe das schon anders aus, erklärten die Studenten. Zorn forderte, dass die Verwaltungsgemeinschaft gegen wilde Parkerei konsequenter durchgreift. Ein kleines, feines Strandbad in einer der Badebuchten, dazu ein Paar Pontons mit Hütten, das kann sich Maier vorstellen. Ebenfalls Wall-Running, das bereits vom Bergrettungsdienst betrieben wird. aber eben als Übung, nicht als Freizeitspaß.

Das Konzept gehe in die Fachabteilungen, so die Information, die die Gemeinde und die Studenten freuen wird. "Förderung scheint mir machbar", erklärte der Staatssekretär. Die Infrastruktur wolle man sich näher anschauen und sich mit Verantwortlichen aus dem Forst sowie der Thüringer Fernwasserversorgung abstimmen.

TA / 01.07.16 / TA
- 01.07.2016 10:50:00